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15.12.2018

Alternative Untersuchungen und Spezialverfahren

In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche detaillierten und in der Regel noch recht neuen therapeutischen Verfahren zur Behandlung von koronarer Herzkrankheit, Klappenvernengung und Vorhofseptumdefekt zur Verfügung stehen und regelmäßig in unserer hierauf spezialisierten Praxis durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um modulare Behandlungsverfahren, die meist in Kombination mit einer PTCA zur Aufweitung und Wiedereröffnung von verengten beziehungsweise verschlossenen Herzkranzgefäßen angewendet werden.

Rotationsatherektomie (Rotablator, "Fräse")

  • olivenförmiger Bohrkopf, der mit kleinen Diamanten besetzt ist. Durch hohe Umdrehungszahlen entstehen beim "Fräsen" winzigste Partikel, die auch die kleinsten Blutgefäße passieren können.
  • kommt zum Einsatz bei langstreckigen Verengungen, für die ein Stent ungeeignet ist, bei stark verkalkten Engstellen sowie im Falle von Ostiumstenosen (Verengungen unmittelbar am Gefäßabgang).

Ballonvalvuloplastie (Klappensprengung)

  • in der Erwachsenenkardiologie fast ausschließlich Anwendung bei verengten Mitralklappen (Mitralstenose).
  • spezieller Ballonkatheter wird über eine Leistenvene in die rechte Vorkammer und von dort durch die Herzscheidewand in die linke Vorkammer dirigiert und somit in der Mitralklappe platziert. Unter hohem Druck wird die Klappe "gesprengt".
  • kommt zum Einsatz bei verengten, jedoch wenig verkalkten Mitralstenosen ohne wesentliche Mitralinsuffizienz (Klappenundichtigkeit).
  • Probleme/Komplikationen: Operativer Eingriff mit seltenen jedoch typischen Komplikationen (Erfolg > 90 %, Not-OP < 5 %, Tod < 2 %), schiebt im Erfolgsfall Klappenersatz-OP meist über 10 Jahre hinaus, Strahlenbelastung.

Lasermyokardvaskularisation

  • durch hochenergetisches Licht werden neue Kanälchen ins Herz gebracht.
  • kommt zum Einsatz bei V erschlüssen, die weder mit Ballon noch operativ behandelbar sind.

Brachytherapie

  • Intrakoronare Strahlenbehandlung zur Therapie einer hartnäckigen Restenose in Stents.

LuMend FrontrunnerT

  • Neues Verfahren, das im Einzelfall bei sehr harten Koronarverschlüssen erfolgreich ist.

Direktionale Atherektomie

  • durch eine rotierende Klinge in einem kleinen Metallzylinder können größere Stücke der Gefäßablagerung abgeschnitten und entfernt werden.
  • kommt zum Einsatz bei Stenosen im Hauptstamm und am Gefäßabgang.

Septumast-Embolisation bei HOCM (Hypertroph-obstruktive Cardiomyopathie)

  • Eine Muskelverdickung beeinträchtigt den Ausfluss aus dem Herzen. Diese Verengung kann durch "künstlichen" Verschluss eines kleinen Astes beseitigt werden.

Carotis-PTA mit Stentimplantation

  • Aufweitung einer verengten Arteria carotis (Halsschlagader - bedeutendes hirnversorgendes Gefäß) durch Ballonkatheter mit anschließender Stentimplantation. Anwendung als Alternative zur OP nach kleinem Schlaganfall oder bei drohendem Ereignis; sinnvoll vor allem bei hohem OP-Risiko durch schwere Begleiterkrankungen.

Nierenarterien-PTA

  • Aufweitung einer verengten Nierenschlagader mittels Ballonkatheter mit anschließender Stentimplantation. Anwendung in der Regel nur, wenn durch diese Gefäßerkrankung Bluthochdruck verursacht wird.

ASD-Verschluß (Angeborenes Loch im Herzen)

  • besonders geeignet bei Schlaganfall durch Gerinnsel aus den Venen ("paradoxe Embolie").
  • kann eine Herzoperation ersetzen.

Ductus-Botalli-Verschluß

  • Verschluss einer angeborenen Kurzschlussverbindung zwischen der Aorta (Hauptschlagader) und der Pulmonalarterie (Lungenschlagader) durch einen kleinen Kunststoffpfropfen.
  • kann eine Herzoperation ersetzen.